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Deutscher Aktienindex DAX40 – Alles was du wissen musst

  • Beitrag zuletzt geändert am:12 Dezember 2023
  • Beitrags-Kategorie:Indizes
  • Lesedauer:16 min Lesezeit

Deutscher Aktienindex (DAX) ist der wichtigste Aktienindex in Deutschland. Er repräsentiert die Kursentwicklung der 40 größten und umsatzstärksten deutschen Unternehmen und dient als ein zentraler Indikator für die deutsche Wirtschaft.

Der DAX wird von der Deutschen Börse AG berechnet und veröffentlicht. Er ist sowohl als Kursindex als auch als Performanceindex verfügbar.

DAX Kursindex und Performanceindex

Beim DAX handelt es sich genauer gesagt um einen Aktienindex aus zwei Varianten:

  • Der Kursindex DAX bildet nur die reine Kursentwicklung der 40 DAX-Unternehmen ab. Dividenden und Kapitalmaßnahmen werden hier nicht einberechnet.
  • Der Performanceindex DAX ist ein Total Return Index. Hier fließen neben den Aktienkursen auch Dividenden und Kapitalmaßnahmen wie Aktiensplits in die Indexberechnung ein.

Für Aktienanleger ist in aller Regel der Kursindex DAX der relevante Index. Dieser wird üblicherweise täglich in den Medien und Börsenberichten veröffentlicht.

Deutscher Aktienindex - DAX40

Der Performanceindex spielt vor allem für institutionelle Investoren eine Rolle, beispielsweise bei der Berechnung von Indexfonds. Privatanleger beobachten üblicherweise den Kursindex DAX.

Future DAX und Kassa DAX

Des Weiteren gibt es noch eine Unterscheidung in Future DAX und Kassa DAX:

  • Der Future DAX ist ein Terminkontrakt auf den Deutschen Aktienindex, der am Terminmarkt der Eurex gehandelt wird. Über Future Kontrakte kann man auf die künftige Entwicklung des DAX spekulieren.
  • Der Kassa DAX ist der Spot DAX, also der aktuell berechnete und veröffentlichte Stand des Deutschen Aktienindex. Der Kassa DAX bildet die Performance der 40 DAX-Aktien in Echtzeit ab.

In den Medien wird üblicherweise der Kassa DAX unter dem Namen „DAX“ veröffentlicht. Man bezieht sich also auf den Spot Index, nicht auf den Future Kurs.

Deutsche Börse in Frankfurt - Bulle und Bär

Zusammensetzung des DAX

Der Deutsche Aktienindex bildet die Wertentwicklung von 40 verschiedenen Unternehmen ab. Für eine Aufnahme müssen strenge Kriterien erfüllt werden:

  • Mindestmarktkapitalisierung von 1 Milliarde Euro: Die Marktkapitalisierung ist ein Maß für die Größe eines börsennotierten Unternehmens. Sie ergibt sich aus der Anzahl ausgegebener Aktien multipliziert mit dem Aktienkurs.
  • Mindestliquidität von 100.000 gehandelten Aktien in drei Monaten: Ein hohes Handelsvolumen sorgt für Abbildbarkeit im DAX und Vermeidung von Verzerrungen.
  • Hauptsitz des Unternehmens in Deutschland: Der DAX soll schließlich die deutsche Wirtschaft abbilden.
  • Börsennotierung im Premiumsegment „Prime Standard“: Der DAX enthält nur Unternehmen, die den höchsten Transparenzanforderungen der Börse genügen.
  • Positionsgewinn im letzten Geschäftsjahr und insgesamt in den letzten beiden Geschäftsjahren: Es sollen nur profitable und finanziell stabile Unternehmen enthalten sein.

Die Deutsche Börse überprüft die Zusammensetzung des DAX regelmäßig, um die Aufnahmekriterien sicherzustellen. Wenn nötig werden Unternehmen aus dem Index entfernt und durch neue Unternehmen ersetzt.

Aktuell sind 40 deutsche Blue Chips im DAX gelistet, zum Beispiel:

UnternehmenBeschreibung
Allianz SEEuropas größter Versicherungskonzern
BASF SEWeltweit führendes Chemieunternehmen
Bayer AGInternationaler Pharma- und Pflanzenschutzkonzern
BMW AGEine der luxuriösesten Automarken
Deutsche Bank AGGrößte deutsche Bank
Deutsche Telekom AGEx-Staatsmonopolist auf dem Telekommunikationsmarkt
Fresenius SEWeltweit tätiger Gesundheitskonzern
Linde AGWeltmarktführer bei Industriegasen
Mercedes-Benz Group AGPremium Automobilhersteller
SAP SEEuropas größter Softwarekonzern
Siemens AGMischkonzern und einer der größten Elektrokonzerne Europas
Volkswagen AGGrößter Automobilhersteller Europas

Berechnung des DAX

Für die Gewichtung der einzelnen DAX-Aktien wird ihre Marktkapitalisierung herangezogen. Aktien mit einer höheren Marktkapitalisierung haben somit auch eine höhere Gewichtung im DAX.

Die Berechnung des DAX beruht auf einer speziellen Formel:

DAX = (Kurs je Aktie * Anzahl Aktien) für DAX-Unternehmen 1 + (Kurs je Aktie * Anzahl Aktien) für DAX-Unternehmen 2 + …

Mithilfe dieser Formel wird für jedes DAX-Unternehmen zunächst der Wert aller ausstehenden Aktien berechnet. Dies ergibt die Marktkapitalisierung.

DAX40 - MetaTrader4 - Monatskerzencharts
Deutscher Aktienindex – DAX40 – MetaTrader4 – Monatskerzencharts

Anschließend werden die Marktkapitalisierungen aufsummiert. Durch eine Indexdivisoren wird dann die Gesamtsumme in Punkte umgerechnet.

Durch dieses Berechnungsverfahren haben Veränderungen bei Aktien mit einer hohen Marktkapitalisierung größeren Einfluss auf den Indexstand. Wenn z.B. der Aktienkurs von SAP steigt, wirkt sich das stärker aus als eine gleich große Kurssteigerung bei Fresenius Medical Care.

Die Berechnung erfolgt dabei sekündlich während der Börsenhandelszeit von 9:00 bis 17:30 Uhr. Der DAX ist also ein sogenannter Performance-Index, der die Aktienkurse in Echtzeit widerspiegelt.

Bedeutung des DAX für Anleger

Für Anleger hat der DAX als wichtigster deutscher Aktienindex eine große Bedeutung:

  • Als Konjunkturindikator: Die Entwicklung des DAX gibt wertvolle Hinweise auf die konjunkturelle Lage und künftige wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Steigt der DAX, deutet das üblicherweise auf Wirtschaftswachstum hin. Fällt der DAX längerfristig, kann das ein Vorbote für eine Rezession sein.
  • Als Orientierungshilfe: Der DAX dient als Richtschnur und Vergleichsmaßstab für die eigene Depot-Performance. Da der Index die durchschnittliche Entwicklung der 40 wichtigsten Aktien abbildet, können Anleger anhand der DAX-Entwicklung beurteilen, ob ihre Aktien besser oder schlechter gelaufen sind.
  • Als Basiswert für Derivate: Der DAX dient als Basis und Bezugsgröße für viele derivative Produkte wie Optionen, Futures, Zertifikate, Knock-Out-Produkte etc. Mit DAX-Derivaten können Anleger einfach auf einen steigenden oder fallenden Index spekulieren.
  • Als Benchmark für Fonds: Viele Aktienfonds verwenden den DAX als Vergleichsindex und orientieren sich bei der Zusammenstellung ihres Portfolios daran. Ziel ist es, den DAX als Benchmark zu schlagen. Anleger können die Fondsperformance so einfach mit dem DAX vergleichen.

Historische Entwicklung des DAX

Seit seinem Start im Jahr 1988 hat der DAX bereits eine bewegte Geschichte mit einigen spektakulären Höhen und Tiefen durchlebt.

Die Anfänge (1988 bis 1993): In den ersten Jahren pendelte der Index zwischen 1.000 und 2.000 Punkten, größere Ausschläge blieben noch aus. Mit dem Platzen der Spekulationsblase in Japan kam 1990 erstmals etwas Schwung in den DAX.

Börsenboom (1994 bis 2000): Ab Mitte der 1990er trieben sinkende Zinsen und die Dotcom-Euphorie den DAX massiv nach oben. Bis März 2000 verfünffachte sich der Stand auf über 8.000 Punkte.

Platzen der Dotcom-Blase (2000 bis 2003): Wie der gesamte Aktienmarkt wurde der DAX schwer von der folgenden Korrektur im Technologiesektor getroffen. Binnen drei Jahren verlor er über 65% seines Wertes.

Bullenmarkt (2003 bis 2007): Es folgte eine der längsten Aufwärtsbewegungen in der DAX-Geschichte. Getrieben von niedrigen Zinsen, Schwellenländern und Bankenkrediten erreichte der Index im Juli 2007 abermals einen Höchststand von 8.100 Punkten.

Finanz- und Wirtschaftskrise (2007 bis 2009): Die Lehman-Pleite 2008 leitete einen drastischen Absturz des DAX ein. Binnen eines Jahres halbierte sich der Indexstand. Hauptursachen waren die Bankenkrise und die folgende Rezession.

Konsolidierung (2009 bis 2011): Nach dem Crash erholte sich der DAX zunächst wieder auf über 7.000 Punkte, um dann im Zuge der Euro-Krise 2011 auf unter 5.000 Punkte einzubrechen. Auslöser war die Staatsschuldenkrise.

Bullenmarkt (2011 bis 2021): Getrieben von der EZB-Geldpolitik und der starken deutschen Wirtschaft ging es danach zehn Jahre lang nahezu konstant bergauf. 2021 markierte der DAX schließlich mit über 16.000 Punkten einen neuen Rekordstand.

Einflussfaktoren auf den DAX

Verschiedenste makroökonomische und unternehmensbezogene Faktoren bestimmen die Entwicklung des Deutschen Aktienindex:

  • Quartalsberichte der DAX-Unternehmen: Positive Überraschungen bei Umsatz und Gewinn wirken kurssteigernd, Enttäuschungen führen zu fallenden Kursen. Die Unternehmensgewinne sind ein wichtiger Treiber.
  • Konjunkturelle Lage: Wirtschaftswachstum und niedrige Arbeitslosigkeit begünstigen steigende Aktienkurse. Rezessionstendenzen und Krisen führen zu Verlusten am Aktienmarkt.
  • Leitzinsen und Geldpolitik: Niedrige Zinsen durch expansive Notenbanken begünstigen den DAX. Bei steigenden Leitzinsen fließt Kapital an den Anleihemarkt ab.
  • Rohstoff- und Energiepreise: Hohe Öl- und Gaspreise erhöhen die Produktionskosten der Unternehmen und können ihre Gewinne schmälern, was sich negativ auf den DAX auswirkt.
  • Globale Börsenentwicklung: Insbesondere die Wall Street hat aufgrund der Internationalität der DAX-Konzerne großen Einfluss. Sinkende Märkte in den USA wirken sich oft auch am deutschen Aktienmarkt negativ aus.
  • Politische Ereignisse: Politische Krisen, Handelskonflikte oder Wahlen sorgen für Unsicherheit und Risikoaversion bei Anlegern, was dem DAX schadet.
  • Anlegerstimmung: In Phasen von Euphorie und spekulativem Überschwang steigt der DAX, bei Panik und Pessimismus kommt es zu Abverkäufen. Die Psychologie ist ein wichtiger Faktor.

FAQ – Deutscher Aktienindex

Was ist der DAX 40?

Der DAX 40, früher einfach als DAX bekannt, ist der Hauptaktienindex in Deutschland und repräsentiert die 40 größten und liquidesten Unternehmen, die an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet sind.

Was hat es mit der Erweiterung – von 30 auf 40 Unternehmen im DAX auf sich?

Der DAX wurde im September 2021 von 30 auf 40 Mitglieder erweitert. Diese Erweiterung sollte für eine umfassendere Abbildung des deutschen Aktienmarktes sorgen.

Was sind der MDAX und SDAX?

Der MDAX und SDAX sind zwei weitere wichtige deutsche Aktienindizes. Der MDAX repräsentiert die mittelgroßen Unternehmen, also jene, die direkt unter den DAX 40-Unternehmen rangieren. Der SDAX wiederum steht für kleinere Unternehmen (sogenannte Small Caps) und folgt dem MDAX in der Größenordnung.

Wie viele Unternehmen sind im DAX?

Seit seiner Erweiterung im Jahr 2021 enthält der DAX 40 Unternehmen. Vor dieser Änderung waren es 30 Unternehmen.

Warum sollte ich den DAX 40 beobachten?

Als Benchmark des deutschen Aktienmarktes gibt der DAX 40 einen guten Überblick über die allgemeine Wirtschaftslage und Performance der führenden Unternehmen in Deutschland. Für Investoren kann dies wertvolle Einblicke bieten.

Wie unterscheidet sich der DAX 40 von anderen internationalen Indizes?

Während Indizes wie der S&P 500 oder der FTSE 100 verschiedene Unternehmen aus verschiedenen Ländern enthalten können, fokussiert sich der DAX 40 ausschließlich auf deutsche Unternehmen, was ihn zu einem wichtigen Indikator für die deutsche Wirtschaft macht.

Fazit

Der DAX ist der bedeutendste Aktienindex Deutschlands. Beinhaltet die 40 größten börsennotierten Unternehmen. Für Anleger liefert er wichtige Signale als Konjunkturbarometer, Performance-Benchmark und Basiswert für Derivate.

Getrieben von langfristigen Aufwärtstrends brachte der DAX seit 1988 eine durchschnittliche Rendite von rund 8% p.a. Kurzfristig unterliegt er aber hohen Schwankungen aufgrund unterschiedlicher Einflussfaktoren. Insgesamt bildet er Chancen und Risiken am Aktienmarkt zuverlässig ab.

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