You are currently viewing Warum gehen Unternehmen an die Börse? Vorteile, Nachteile und Ablauf eines Börsengangs

Warum gehen Unternehmen an die Börse? Vorteile, Nachteile und Ablauf eines Börsengangs

  • Beitrag zuletzt geändert am:11 April 2024
  • Beitrags-Kategorie:Aktien
  • Lesedauer:12 min Lesezeit

Ein Börsengang, auch IPO genannt, ermöglicht es Unternehmen, Kapital zu beschaffen. Ihren Bekanntheitsgrad zu erhöhen, Liquidität zu verbessern und die Unternehmensbewertung zu steigern.

Die Vorteile sind die Kapitalbeschaffung und erhöhte Sichtbarkeit. Zu den Nachteilen gehören hohe Kosten, Kontrollverlust und Marktvolatilität.

Der Prozess beinhaltet Schritte wie Bankenauswahl, Due Diligence und Preisfestsetzung.

Key Facts: Warum gehen Unternehmen an die Börse

ThemaBeschreibung
Was ist ein Börsengang?Erstmalige Ausgabe von Aktien eines Unternehmens an der Börse
Warum gehen Unternehmen an die Börse?Kapitalbeschaffung, Steigerung des Bekanntheitsgrades, Verbesserung der Liquidität, Erhöhung der Unternehmensbewertung
Nachteile eines BörsengangsHohe Kosten, Kontrollverlust, Volatilität
Ablauf eines BörsengangsBankenauswahl, Due Diligence, Preisfestsetzung, Stabilisierung, Übergang

Was ist ein Börsengang?

Ein Börsengang, auch Initial Public Offering (IPO) genannt, ist die erstmalige Ausgabe von Aktien eines Unternehmens an der Börse.

Eine Aktie ist ein Anteil am Eigenkapital eines Unternehmens, der an Investoren verkauft wird. Die Investoren werden dadurch zu Miteigentümern des Unternehmens und haben Anspruch auf einen Teil des Gewinns und Mitspracherecht bei wichtigen Entscheidungen.

Warum gehen Unternehmen an die Börse

Ein Börsengang ist eine Möglichkeit für ein Unternehmen, Kapital von der Öffentlichkeit zu beschaffen. Um zu wachsen, Schulden abzubauen oder andere Ziele zu verfolgen.

Ein Börsengang bietet den Eigentümern des Unternehmens, die Möglichkeit einen Teil ihrer Anteile zu verkaufen und Gewinne zu realisieren. Hierzu gehören Gründer, den Mitarbeitern oder den Risikokapitalgebern,

Warum gehen Unternehmen an die Börse?

Vorteile eines BörsengangsErläuterungen
KapitalbeschaffungGroße Geldmengen können durch einen Börsengang beschafft werden. Dieses Kapital, das nicht zurückgezahlt werden muss, kann zur Erweiterung der Geschäftstätigkeit, Entwicklung neuer Produkte oder Dienstleistungen, zur Durchführung von Akquisitionen oder zur Finanzierung anderer Investitionen verwendet werden.
Steigerung des BekanntheitsgradesDurch die Medienpräsenz und die Aufmerksamkeit der Analysten, die ein Börsengang mit sich bringt, wird das Unternehmen einem breiteren Publikum bekannt.
Dies kann die Nachfrage nach den Produkten oder Dienstleistungen des Unternehmens erhöhen. Seine Position auf dem Markt stärken.
Verbesserung der LiquiditätEin Börsengang schafft einen öffentlichen Markt für die Unternehmensaktien, was den Kauf und Verkauf erleichtert. Dies bietet den Aktionären die Möglichkeit, ihre Anteile jederzeit zu verkaufen, wenn sie Geld benötigen oder ihre Anlagestrategie ändern möchten.
Erhöhung der UnternehmensbewertungDer Börsengang kann dazu beitragen, den Wert eines Unternehmens zu steigern.

Die Börsenbewertung, die durch den Aktienkurs bestimmt wird, orientiert sich an der Nachfrage und dem Angebot der Investoren.
Kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden. Eine hohe Bewertung kann dem Unternehmen dabei helfen, weitere Finanzierungsmöglichkeiten zu erschließen. Es attraktiver für potenzielle Partner oder Mitarbeiter zu machen.

Was sind die Nachteile eines Börsengangs?

Nachteile eines BörsengangsErläuterungen
KostenEin Börsengang verursacht hohe Kosten aufgrund seiner Komplexität und Dauer. Gebühren fallen für verschiedene beteiligte Parteien an, einschließlich Investmentbanken, Anwälte und Wirtschaftsprüfer sowie die Börse selbst. Zudem entstehen regelmäßige Kosten für Berichte und die Einhaltung strenger Vorschriften.
KontrollverlustDurch den Börsengang gibt ein Unternehmen einen Teil seiner Eigentümerschaft an die Öffentlichkeit ab.
Das kann zu einem Verlust an Kontrolle und Einfluss führen. Da die Aktionäre das Recht haben, über wichtige Unternehmensentscheidungen abzustimmen.
Zudem kann das Unternehmen Ziel von feindlichen Übernahmen oder Investorenaktivismus werden.
VolatilitätNach einem Börsengang wird ein Unternehmen anfälliger für Schwankungen des Aktienmarktes.
Der Aktienkurs kann stark steigen oder fallen, abhängig von der Wirtschaftslage, dem Wettbewerb, den Erwartungen der Investoren oder dem allgemeinen Marktstimmung. Dies erhöht die Unsicherheit und den Druck auf das Unternehmen, die kurzfristigen Erwartungen der Investoren zu erfüllen.

Wie läuft ein Börsengang ab?

Ein Börsengang ist ein mehrstufiger Prozess. Der in der Regel mehrere Monate oder sogar Jahre dauern kann.

  • Bankenauswahl: Das erste, was ein Unternehmen tun muss, ist eine Investmentbank auszuwählen, die den Börsengang berät und durchführt. Die Investmentbank ist verantwortlich für die Bewertung des Unternehmens, die Festlegung des Preises und der Anzahl der Aktien, die veräußert werden sollen, die Erstellung des Prospekts (ein Dokument, das alle relevanten Informationen über das Unternehmen enthält), die Bildung eines Konsortiums aus anderen Banken, die bei der Platzierung der Aktien helfen (Syndikat), und die Vermarktung des Börsengangs bei potenziellen Investoren (Roadshow).
  • Due Diligence und regulatorische Anmeldungen: Der nächste Schritt ist die Durchführung einer gründlichen Prüfung aller rechtlichen und finanziellen Aspekte des Unternehmens durch die Investmentbank und andere externe Parteien wie Anwälte und Wirtschaftsprüfer. Das Ziel ist es, sicherzustellen, dass das Unternehmen alle Voraussetzungen für einen Börsengang erfüllt und keine wesentlichen Risiken oder Haftungen verbirgt. Außerdem muss das Unternehmen alle erforderlichen Anmeldungen bei den zuständigen Behörden vornehmen, wie zum Beispiel bei der US-Börsenaufsicht SEC (Securities and Exchange Commission) oder bei der deutschen Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin). Dabei muss das Unternehmen den Prospekt vorlegen und genehmigen lassen.
  • Preisfestsetzung: Der dritte Schritt ist die Festlegung des Preises und der Anzahl der Aktien, die bei dem Börsengang angeboten werden sollen. Dies geschieht in Abstimmung zwischen dem Unternehmen und der Investmentbank auf der Grundlage von verschiedenen Faktoren wie der Bewertung des Unternehmens, der Nachfrage nach den Aktien oder dem Marktumfeld. Der Preis wird in der Regel am Abend vor dem Börsengang festgelegt.
  • Stabilisierung: Der vierte Schritt ist die Durchführung des eigentlichen Börsengangs, bei dem die Aktien an der ausgewählten Börse zum ersten Mal gehandelt werden. Dabei kann es zu starken Kursschwankungen kommen, je nachdem, wie der Markt auf das Angebot reagiert. Um dies zu vermeiden oder zu begrenzen, kann die Investmentbank eine Stabilisierungsmaßnahme ergreifen, indem sie eine Option ausübt, um zusätzliche Aktien vom Unternehmen zu kaufen (Greenshoe-Option) oder indem sie selbst Aktien kauft oder verkauft (Stabilisierungsagent).
  • Übergang: Der letzte Schritt ist der Übergang vom privaten zum öffentlichen Unternehmen. Das bedeutet, dass das Unternehmen sich an neue Regeln und Anforderungen anpassen muss, wie zum Beispiel regelmäßige Berichterstattung über seine Geschäftsentwicklung, Einhaltung von Corporate Governance Standards, Transparenz gegenüber den Aktionären und der Öffentlichkeit oder Rechenschaftspflicht gegenüber den Aufsichtsbehörden. Dies kann eine Herausforderung für das Management und die Mitarbeiter des Unternehmens darstellen, die sich an eine neue Kultur und einen neuen Druck gewöhnen müssen.

FAQ

Was ist ein Börsengang?

Ein Börsengang, auch Initial Public Offering (IPO) genannt, ist die erstmalige Ausgabe von Aktien eines Unternehmens an der Börse. Eine Aktie ist ein Anteil am Eigenkapital eines Unternehmens, der an Investoren verkauft wird. Die Investoren werden dadurch zu Miteigentümern des Unternehmens und haben Anspruch auf einen Teil des Gewinns und Mitspracherecht bei wichtigen Entscheidungen.

Warum gehen Unternehmen an die Börse?

Unternehmen verfolgen Börsengänge aus verschiedenen Gründen. Erstens, um Kapital zu beschaffen, das zur Expansion, Entwicklung neuer Produkte oder Dienstleistungen und zur Finanzierung von Akquisitionen oder Investitionen genutzt wird. Zweitens, um den Bekanntheitsgrad und das Prestige des Unternehmens zu erhöhen. Drittens, um einen öffentlichen Markt für ihre Aktien zu schaffen, was die Liquidität erhöht. Und viertens, um den Wert des Unternehmens zu steigern, indem sie sich an der Nachfrage und dem Angebot der Investoren orientieren.

Wie kann ich an einem Börsengang teilnehmen?

Wenn du an einem Börsengang teilnehmen willst, informiere dich zuerst über das Unternehmen, indem du den Prospekt liest. Du benötigst ein Depot bei einer Bank oder einem Broker, um Aktien zu kaufen. Nach der Platzierung einer Zeichnungsorder bei deinem Broker, wartest du auf die Zuteilung der Aktien, die von der Nachfrage abhängt. Du bezahlst für die zugeteilten Aktien und erhältst sie in dein Depot, um sie handeln zu können.

Fazit: Warum gehen Unternehmen an die Börse?

Ein Börsengang ist eine wichtige Entscheidung für ein Unternehmen.

Die viele Vorteile, aber auch Nachteile mit sich bringt. Ein Börsengang kann einem Unternehmen helfen, Kapital zu beschaffen, seinen Bekanntheitsgrad zu erhöhen. Sowie seine Liquidität zu verbessern und seine Bewertung zu steigern.

Gleichzeitig muss ein Unternehmen hohe Kosten tragen, einen Teil seiner Kontrolle abgeben und sich an die Volatilität des Aktienmarktes anpassen. Ein Börsengang erfordert eine sorgfältige Planung, Vorbereitung und Durchführung, um erfolgreich zu sein.